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Sonntag, 20. November 2011

Braucht der Hund einen Hundemantel?

Briefwechsel zwischen Zwergpinscher-Züchterin Jutta Steinwitz und Irene Sommerfeld-Stur, Veterinärmed. Institut Wien, zum kürzlich veröffentlichten Zwergpinscherbuch:

Zitat:
"Liebe Frau Steinwitz!

Ihr Büchlein ist bereits vor drei Tagen bei mir angekommen, gestern habe ich das schöne Wetter genützt, mich in den Garten gesetzt und das Buch durchgeschmökert. Wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich mir ein Buch von der üblichen Art der Rassebücher erwartet, so eines bei dem man im Grunde den Namen der Rasse einfach durch den einer anderen Rasse ersetzen kann. Und dann war ich so was von positiv überrascht etwas ganz anderes in der Hand zu haben. Das ist wirklich ein Rassebuch der ganz anderen Art. Diese Kombination von allgemeinen Informationen mit ganz persönlichen Geschichten und Erfahrungen - das macht das Buch zu einem richtigen "Appetizer" für die Rasse.

Was mir besonders gut gefallen hat, dass Sie auch Probleme ganz offen aussprechen und auch diese durch Erlebnis- und Erfahrungsberichte untermauern. Und auch neue bzw. nicht besonders bekannte bzw. umstrittene Themen sind in einer sehr sachlichen und gut argumentierten Form zu finden. So hat mir das Kapitel über Impfungen mit der Möglichkeit der Titerbestimmung sehr gut gefallen - da gibt es ja auch unter den Tierärzten einiges an fehlendem Problembewusstsein. Oder auch der Abschnitt über Hypothyreose, die sich in ihrer Anfangsform u.a. auch durch Verhaltenssanomalien beim jungen Hund äußern kann - das ist ja etwas, das noch nicht einmal jeder Tierarzt weiß.

Das ganze Kapitel über Erbkrankheiten fand ich sehr gut und durch die wieder begleitende Untermauerung durch individuelle Geschichten fand ich auch sehr schön die Bedeutung der einzelnen Krankheiten für Hund und Besitzer herausgestrichen.

Es würde zu lang und wohl auch langweilig werden, wenn ich jeden Abschnitt, der mir gut gefallen hat jetzt auflisten würde, daher nur noch zwei Kommentare (falls eine Neuauflage des Buches ansteht):

1)Auf Seite 97 in dem Kasten in dem die Kontraindikationen für die Anwendung von Öl stehen hat wohl der Tippfehlerteufel zugeschlagen: Das Schneckengift heißt "Metaldehyd“

2)Zu dem Aspekt des Mäntelchens (Seite 80): Das Anziehen eines Mäntelchens bei kleinen Hunden ist aus sachlicher Sicht nicht nur dann angebracht, wenn der Hund sich nicht bewegt. Es ist richtig, dass ein Hund, der sich bewegt (tobt, rennt, spielt) nicht friert, weil er durch die Muskelaktion Wärme produziert. Das gilt aber auch nur bis zu einem bestimmten Grad. Das Problem bei kleinen Hunden ist ja, dass sie im Verhältnis zu ihrer Körpermasse eine relativ große Körperoberfläche haben über die sie daher auch relativ viel Wärme verlieren. Das ist der Grund warum sich in kalten Regionen hauptsächlich große schwere Hunderassen entwickelt hab ne, denn bei denen ist die Körperoberfläche in Relation zur Körpermasse relativ klein und daher ist auch der Wärmeverlust geringer.
Wenn ein kleiner Hund nun durch Bewegung den Wärmeverlust kompensiert, braucht er dazu Energie, die er aus dem Abbau von Kohlehydaten (zunächst Glukose aus dem Blut, dann Glykogen aus der Leber) gewinnt. Wenn die Bewegung lange anhält - und in diesem Sinn kann sich auch ein Hund bewegen, der sich eigentlich nicht bewegt – dann zittert er nämlich um den Wäremverlust durch Wärmeproduktion durch die Muskeln zu kompensieren – dann ist irgendwann mal der Energievorrat erschöpft und es kommt zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung), die im schlimmsten Fall zu einem hypoglykämischen Schock führen kann.

Das Anziehen eines Mäntelchens an kalten Tagen ist für kleine Hunde daher in keinster Weise ein modischer Schnickschnack sondern eine Präventivmaßnahme vor einem gesundheitsschädlichen Wärmeverlust.
Und bei Kleinhunden, die ohne Mäntelchen an einem kalten Tag viel toben und rennen macht es Sinn, Ihren Zuckervorrat gelegentlich durch ein Stückchen Traubenzucker zu ergänzen.

Und jetzt doch noch etwas was mir besonders gut gefallen hat - im Gegensatz zu vielen anderen Rassebüchern. Das sind die vielen netten Bilder, die nicht irgendwelche aufgestellten Ausstellungsschönheiten zeigen, sondern Zwergpinscher aus dem Alltag - so wie sie nun eben mal so sind.

Zum Schluss also nochmal: Gratulation zu diesem Buch

Viele Grüße

Irene Sommerfeld-Stur"
Zitat Ende